Am 22. März 2011 bekamen etwa 30 Studierende in den Räumlichkeiten des Management Clubs in der Kärntner Straße bei einem Job-Talk mit dem zweitgrößten Baukonzern Österreichs die Möglichkeit mehr über die Umsetzung von internationalen Großprojekten erfahren.
Mag. Philipp Kriser (International Recruiting & Personalmarketing) gab als Einführung einen Überblick über die Geschichte des traditionsreichen Unternehmens ALPINE: Gegründet 1965 mit nur 28 Mitarbeitern etablierte sich das Unternehmen in den kommenden Jahren in Österreich. Bereits Anfang der 80er Jahre konnten Aufträge im Ausland lukriert werden. Seit 2006 ist die ALPINE ein Teil der spanischen FCC (Fomento de Construcciones y Contratas).Heute ist das Unternehmen mit etwa 15.000 Mitarbeitern auf fast allen Gebieten der Bauindustrie tätig: Hoch- und Spezialtiefbau, Straßen-, Tunnel- und Brückenbau bis hin zu Sportstätten- und Kraftwerksbau oder Umwelttechnik. Unter den bekanntesten Projekten finden sich beispielsweise das OMV-Gebäude, der Gotthard-Basistunnel, die Donaubrücke Traismauer, Fußballstadien in Warschau, Danzig und Posen für die EM 2012 und viele mehr. Ebenso wurden Karrieremöglichkeiten im Konzern beleuchtet: Zwei internationale Traineeprogramme ermöglichen einen einfachen Berufseinstieg und bereiten in allen Bereichen auf das internationale Baugeschäft vor.
Einen besonderen Vortrag hielt anschließend DI Christian Späth (Leitung Abteilung Major Projects): Er erzählte nicht von einem abgeschlossenen Großprojekt, sondern von einem gescheiterten, für das die ALPINE nach der Planung nicht den Zuschlag erhielt. Insbesondere wurde über die Akquisition, die Angebotsphase, den Vertragsabschluss und die Schwierigkeiten, die während dieser Phasen auftreten, gesprochen. So muss bereits im Vorfeld nach Lösungen für möglicherweise vor Ort auftretende Probleme gesucht werden: Verkehr und Infrastruktur dürfen während der Bauphase nicht zu sehr beeinträchtig werden, auf Stadtbild und Anrainer ist Rücksicht zu nehmen und Genehmigungen von lokalen Behörden sind einzuholen. Über die gesamte Angebotsphase waren in etwa 50 bis 60 Leute aus verschiedenen Ländern an dem Projekt beteiligt. Die Kosten, die für das Unternehmen bis zur Vertragsverhandlung entstehen, werden nicht erstattet sondern sind als Investition zu sehen. Nachdem der Zuschlag für das Projekt nicht gewährt wurde, ermöglichte DI Christian Späth den anwesenden Studierenden einen Einblick in die Analyse und erläuterte, wo im vorliegenden Fall Schwierigkeiten und Verbesserungsmöglichkeiten lagen.
Der Uni Management Club Wien bedankt sich bei Mag. Philipp Kriser und DI Christian Späth für den interessanten Job-Talk, bei dem nicht nur der (Miss-) Erfolg diskutiert wurde, sondern vor allem die Erkenntnisse, die man daraus zieht!