christiankonrad
08.März 2010 - 19:00

Christian Konrad, Raiffeisen-Chef


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Der UNIMC hatte die Freude, Herrn Dr. Christian Konrad, Obmann der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien sowie Aufsichtsratsvorsitzender der Raiffeisenlandesbank (RLB) NÖ-Wien, bei einer spannenden sowie aufschlussreichen Executive Lounge begrüßen zu dürfen.

Dr. Konrad erzählte zunächst über die Anfänge seiner Karriere. Nachdem er das Jus-Studium an der Universität Wien inskribiert und auch abgeschlossen hatte, begann er in einer relativ untypischen Position für einen Juristen, als Kassier bei der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien. Er war in der Revision beschäftigt und kümmerte sich um Kreditprüfungen und dergleichen, von denen er, wie er bei der Executive Lounge meinte, keine Ahnung hatte. Die Assistenz des Vorstandes entsprach schon eher seinen Interessen und so bekam er in dieser Position – ab 1973 – Einblicke in die Geschäfte des Vorstandes. Die Mentalität von diesem war, wie Dr. Konrad verriet „vom Krieg geprägt und statt Diskussionen und Argumenten gab es Befehle.“ Nach 8 Jahren wollte er seine Einflussbereiche vergrößern, wurde zum Hauptabteilungsleiter befördert und übernahm später den Posten des Geschäftsleiters. 1990 war er schließlich im Gespräch zum Generaldirektor. Er entschied sich jedoch auf Anraten einiger KollegInnen, trotz des Risikos alle vier Jahre wiedergewählt werden zu müssen, als ehrenamtlicher Funktionär – als Obmann, zu kandidieren. Damit übernahm er den Vorsitz im Aufsichtsrat der Raiffeisenzentralbank und auch der Agrana. Er habe Glück gehabt, in eine wachsende Organisation zu kommen, meinte Dr. Konrad. Das Beteiligungsgeschäft sei neu, wachsend und unbeliebt gewesen. Um dies auszunutzen, habe er sich besonders mit diesem Geschäftsfeld beschäftigt und sogar Gesellschaftsrecht nachgelernt.

Seine Spitzenpositionen in der Raiffeisen brachten ihm im Laufe der Zeit auch weitere Aufsichtsratsfunktionen, wie etwa die des Kurier, der UNIQA Versicherungen und der Leipnik-Lundenburger Invest. Dadurch und durch gute Kontakte zu mächtigen Persönlichkeiten in Wirtschaft und Politik, wird ihm ein großer Einfluss auf Politik und Medien nachgesagt. Aus diesem Grund wird er oft als „graue Eminenz“ bezeichnet. Er habe ein besonderes Verhältnis zur Politik, so Konrad, und viele Medienvertreter seien der Ansicht, so ein Verhältnis zu ihm haben zu müssen. Aber er meinte: „Mit einer Zeitung ist noch keine Wahl gewonnen.“

Auf die Frage welche Erkenntnisse und Key Learnings er aus seinem bisherigen Werdegang gewonnen hat, antwortete Konrad: klare Sprache, Verlässlichkeit, Nachvollziehbarkeit. Er betonte außerdem den menschlichen Aspekt in der Wirtschaftswelt: „Wer führen will, muss Menschen mögen“, denn „im Großen und Ganzen sind die Leute gut.“

Der UNIMC bedankt sich für diese höchst interessante und aufschlussreiche Executive Lounge!