„Hören Sie nie auf, an sich selber zu arbeiten!“
Es scheint, als wäre ihre Karriere in einem internationalen Konzern schon lange vorherbestimmt gewesen. Geboren in Kalkutta, aufgewachsen in Wien mit Schulausbildung am Lycee Français und an der Vienna International School wuchs Tatjana Oppitz in einem internationalen Umfeld auf. Bereits mit fünfzehn Jahren stand für sie fest, dass zwei ihrer großen Stärken – ihre Sprachbegabung und ihr Interesse für wirtschaftliche Zusammenhänge – die grundlegenden Elemente für ihren beruflichen Erfolg sein könnten und studierte somit Handelswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität Wien.
Nach erfolgreichem Studienabschluss führte sie der Weg beinahe direkt zu IBM, wo sie, bedingt durch ihre Leidenschaft für Kundenbetreuung, ihre Karriere im Sales Bereich begann. Hohe Lern- und Leistungsbereitschaft, Motivation und Zielstrebigkeit brachten Tatjana Oppitz kontinuierlich in immer verantwortungsvollere Positionen und seit Anfang dieses Jahres ist sie Generaldirektorin von IBM Österreich. Auf die Frage, was man den ganzen Tag als Generaldirektorin so mache, meint Tatjana Oppitz: „Es ist ein harter Job! Mein Tag beginnt mit dem Läuten des Weckers um 05:15 und ein „nur“ 14-Stunden Tag ist eher die Ausnahme. Normalerweise drehe ich am Abend die Lichter bei IBM ab.“ Generell sei die 38-Stunden-Woche heute für niemanden mehr realistisch und eine reine Abarbeitung der Job-Beschreibung ebenso wenig. Die Frage werde viel mehr sein, wer bereit ist, die Extrameile zu gehen um somit der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein. Leistungsbereitschaft und Verlässlichkeit sind nicht nur Werte, die sie von ihren MitarbeiterInnen erwarte, sondern viel mehr auch jene Anforderungen, die sie an sich selbst stelle. „Gerade die Bereitschaft, noch eines darauf zu legen und over-the-top zu sein, ist heutzutage gefragt!” meint Tatjana Oppitz.
Seit ihrer Aufgabe als Generaldirektorin hat sich in ihren Zuständigkeitsbereichen und Verantwortungen einiges verändert. Sie versucht möglichst allenihr wichtigen Bereichen gleich viel Beachtung zu schenken und hat für sich persönlich eine 1/3-Regel eingeführt. Ein Drittel ihrer Zeit möchte sie mit Kunden verbringen, denn diese seien essentiell für das gesamte Geschäft, der nächste Teil gehöre dem operativen Geschäft und mindestens 33 % widme sie ihrem Personal und der Organisationskultur. Dieses Gleichgewicht sei manchmal schwierig zu finden, für Oppitz allerdings erforderlich, um IBM Österreich vorwärts zu bringen.
Um neben diesem stressigen Arbeitsalltag im Privaten eine ausreichende Balance zu erreichen, widmet Tatjana Oppitz sich gerne ihrem Interesse für Kunst und Kultur. Jemand, der Tag und Nacht nicht von seinem Job abschalten kann, könne keinen Ausgleich finden und wird so auch im Job nicht 100 % geben können. Für Oppitz ist es demnach sehr wichtig auch andere Interessen zu haben, sich von Hobbies inspirieren zu lassen und nicht nur in Bezug auf gesellschaftliche und marktrelevante Themen am Laufenden zu bleiben, sondern überall von Golf bis Musik ein wenig mitreden zu können. Gerade das Zwischenmenschliche finde sie faszinierend und mache ihr am meisten Spaß an ihrem Job – und ist wohl auch – wenn man sich ihre bisherige Karriere ansieht – ein maßgeblicher Faktor für Erfolg.