rb_rosam
31.Januar 2012 - 18:30

Wolfgang Rosam


Event Daten

auf Facebook posten

„Ich bin ein Krisengewinner“

Im Rahmen der Executive Lounge des Uni Management Club (UNIMC) war PR-Profi Wolfgang Rosam in der Kärntner Straße zu Gast. Vor Studenten erzählte Rosam frei von der Leber, wie er fast bei McDonalds gelandet wäre, warum er sich Karl Heinz Grasser nicht als Kunden wünscht und er am Swimming Pool fast depressiv wurde.

Mit seiner Agentur Publico erreichte der gebürtige Kärntner schon im Alter von 33 Jahren die Marktführerschaft in Österreich. Seit damals ist er aus Österreichs Medienlandschaft nicht mehr wegzudenken. Einer seiner spannendsten Aufträge war es, nach dem Weinskandal das Image des österreichischen Weins wieder herzustellen. „Das war mein schönster Job. Da habe ich viel Geld fürs Weintrinken bekommen“, lachte Rosam. Eine Herausforderung war auch die Euro-Kampagne. Bei dem schon verloren geglaubten  Pitch musste er sich gegen viele parteipolitische Querschläge wehren.

Nix tun, ist Wolfgang Rosams Sache nicht. Die Erfahrung der Langeweile machte er, nachdem er seine Agentur verkauft hatte. „Ich hatte viel Geld, ein Haus mit Weinkeller und war trotzdem ein unglücklicher Mensch. Ich saß am Pool und dachte über mein Leben nach. Ich halte es einfach nicht aus, wenn ich unwichtig bin, mich niemand anruft und ich nicht arbeite“, grinste Rosam. Die Folge: Er gründete eine neue Agentur. Die Agentur „Rosam Change Communication“, die er vor kurzem auf „Rosam.“ umgetauft hat,  ist vorwiegend auf die Kommunikation bei Veränderungsprozessen in Unternehmen spezialisiert. „Mein Ziel ist es, mit der Agentur Nr. 1 zu werden.“ Er sieht sich dabei durchaus als eine Art Versicherung und Krisengewinner. „Wer kündigt seine Versicherung, wenn das Haus brennt?“

Viel Popularität verschaffte ihm der Auftritt mit Karl Heinz Grasser in der ORF-Sendung “Im Zentrum“. „Ich bin immer noch der Meinung, dass sein Handeln moralisch verwerflich ist. Auch Ich habe mich in ihm getäuscht.“ Grassers Image möchte Rosam jedenfalls nicht aufbessern. „Ich nehme nur koschere Aufträge an. Ethik ist mir im Job wichtig. Man schläft besser, wenn man Anstand hat.“

Rosam ist auch Herausgeber des Gourmet-Guides „Falstaff“. Als Wirt würde er aber wenig taugen – viel Arbeit, geringer Stundenlohn. Nur McDonalds hätte ihn einst gereizt. Noch heute tue es ihm Leid, dass er nicht Franchise-Nehmer wurde, als die Kette in Österreich startete. „Viele haben 40 Filialen und sind heute Multimillionäre.“ Vorteil: „Bei dem Job musst natürlich nicht selbst die Laibchen braten.“

Was er den jungen Zuhörern mit auf den Weg gab? „Du darfst nicht auf deine Prätorianer vergessen. Sie halten dir in Schwierigkeiten den Rücken frei.“ Daher sei es wichtig, ein Netzwerk aufzubauen.