07.Mai 2010 - 08:57

Führung durch das OPEC Headquarter


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Am 7. Mai war der UNIMC zu Besuch im neuen OPEC Headquarter. Nach einer kurzen Erfrischung, bei der die TeilnehmerInnen die Gelegenheit hatten, einander kennenzulernen, begann Siham Alawami, PR Specialist der OPEC, ihren interaktiven Vortrag mit einigen Fragen an die TeilnehmerInnen: Wie viele von Ihnen besitzen ein Auto? Welche Begriffe fallen Ihnen ein, wenn Sie an die OPEC denken? Danach wurde die OPEC zunächst in einem kurzen Film vorgestellt. Die Geschichte der OPEC begann 1960, als die „seven sisters“ (Chevron, Esso, Mobil, Texaco, BP, Royal Dutch Shell, Gulf Oil) gemeinsam die Ölpreise senkten und dadurch das Einkommen der Erdöl exportierenden Länder schmälerten. In einer Konferenz in Bagdad schlossen sich Iran, Irak, Kuwait, Saudi Arabien und Venezuela zusammen, um das Einkommen aus ihren Ölreserven, das für die Entwicklung dieser Länder unabdinglich ist, zu beschützen. 1962 wurde die OPEC bei der UNO registriert, 1965 wurde das Headquarter nach Österreich verlegt. In den darauf folgenden Jahren traten acht weitere Erdöl exportierende Staaten bei, wobei Indonesien 2008 aufgrund des Nettoimports von Öl austrat.

Nach einer kurzen Pause ging es weiter mit einer Präsentation von Siham Alawami, die die Zielsetzungen und die Arbeitsweise der OPEC erklärte. Die OPEC sieht sich als „instrument of change“. Die Ziele dieser internationalen Organisation sind die Koordination der Erdöl-Politik der Mitgliedstaaten, die Gewährleistung der Stabilität am Erdöl-Markt, ein konstantes Einkommen der Mitgliedstaaten, die planmäßige und konstante Bereitstellung von Öl und ein fairer Return on Capital für die Investoren. Diese Ziele sollen vor allem durch die Zusammenarbeit und den Dialog zwischen den einzelnen Staaten, zwischen Produzenten und Konsumenten und zwischen der OPEC und anderen Organisationen realisiert werden. Auch der OFID, OPEC Fund for International Development, soll diesen Zielsetzung gerecht werden, indem er durch die Finanzierung von Entwicklungsprojekten die Zusammenarbeit zwischen OPEC Mitgliedstaaten und anderen Entwicklungsländern fördert.

Ein weiterer wichtiger Output der OPEC sind die Berichte über die Entwicklung der Ölmärkte. Das Economic Commission Board der OPEC studiert die Weltwirtschaft und generelle Trends, die die Öl-Nachfrage beeinflussen und veröffentlicht regelmäßig Berichte und Prognosen über die zukünftige Energie- und Ölmarktentwicklung. Aus einem der Berichte geht beispielsweise hervor, dass 2010 pro Tag 85,2 Millionen Barrel weltweit nachgefragt werden. 51,5 Millionen Barrel davon werden nicht durch das Angebot der OPEC-Mitgliedstaaten gedeckt. Anhand dieser Informationen koordiniert die OPEC die Erdöl-Politik ihrer Mitgliedstaaten.

Weitere Informationen zur OPEC finden sich auf der Webseite www.opec.org. Fragen können an prid@opec.org gerichtet werden.

Der UNIMC bedankt sich bei der OPEC für neue und interessante Einblicke in die Energiemärkte aus Sicht der Erdöl exportierenden Länder und in die Organisation und Arbeitsweise der OPEC.