30.November 2009 - 15:00

Kick-off zur win² 2010 mit Dr. Veit Sorger


Event Daten

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Der UNIMC lud alle Interessierten und Mitglieder am 30. November ins Haus der Industrie ein, um die win² 2010, die im Schloss Esterhazy in Eisenstadt stattfinden wird, zu präsentieren.

Zu Beginn stellte Stephanie Fischer, Vorstandsvorsitzende des Uni Management Clubs, kurz den UNIMC vor und gab einen Überblick über die win², die Zukunftskonferenz des UNIMC, die vom 30.April bis 2.Mai 2010 bereits zum fünften Mal stattfinden wird. Die Grundidee der win² sei, dass 150 Studierende von unterschiedlichen Studienrichtungen gemeinsam mit WirtschaftlerInnen, PolitikerInnen und WissenschaftlerInnen über die Herausforderungen, die die Zukunft mit sich bringt, diskutieren und gemeinsam Lösungsvorschläge zu wichtigen Themen erarbeiten. Durch die unterschiedlichen Perspektiven, die bei der win² vertreten seien, entstehe etwas Einzigartiges.

Im Anschluss daran erklärten Aakriti Chandihok und Thomas Obersteiner, die diesjährigen Organisatoren der Zukunftskonferenz, den genauen Ablauf der win². Die Themenschwerpunkte der win² 2010 seien Chinas Aufstieg zur Weltmacht und Green Markets – nachhaltige Wirtschaft.
Am ersten Tag der Konferenz stünden vor allem die Keynotes von berühmten Persönlichkeiten, ebenso wie die Podiumsdiskussionen mit Experten am Programm. Am Abend starten schließlich die Arbeitsgruppen durch eine Einführung in die jeweiligen Themen. Der zweite Tag sei ganz den Arbeitsgruppen gewidmet, die, betreut durch Vertreter des jeweiligen Unternehmens, ein bestimmtes zukunftsbezogenes Thema analysieren, darauf aufbauend Lösungen erarbeiten und Handlungsempfehlungen abgeben. Es stünden bereits Arbeitsgruppen von Rewe, Deloitte, Western Union und Allianz fix am Programm. Am dritten Tag der win² würden diese ihre Endergebnisse vorstellen, die später auch im Weißbuch festgehalten werden. Außerdem gäbe es weitere Podiumsdiskussionen.
Die Bewerbungsfrist sei von 1. bis 31. März und werde online durchgeführt.

Ein halbes Jahr nach der Zukunftskonferenz fände die sogenannte Half Anniversary der win² statt, bei der die TeilnehmerInnen sowie UnternehmensvertreterInnen und PolitikerInnen der win² nochmals zusammenkommen werden, um sich mit den Veränderungen, die in der Zwischenzeit erreicht worden oder geschehen sind, auseinander zu setzen und den win²-Spirit aufrechtzuerhalten.
Als zusätzliche Veranstaltung ganz im Sinne der win² gebe es im März 2010 eine Sonderveranstaltung zum Thema „Staatsmanagement 2.0 – Verwaltungsreform“.

Nach der Präsentation der win² wurde im Rahmen einer Executive Lounge, moderiert durch Nikolaus Koller von „Die Presse“, das Wort an Veit Sorger, Präsident der Industriellenvereinigung, gegeben. Veit Sorger wurde 1942 geboren und ist seit 1970 in der Papierindustrie tätig. Seit 2004 ist er Aufsichtsratvorsitzender der Mondi AG.
In der ersten Frage, die Nikolaus Koller stellte, ging es um die Kommerzialisierung der Bildung im Zusammenhang mit den aktuellen Studentenprotesten. Sorger sprach sich nicht gegen Proteste und Revolutionen aus, denn als junger Mensch liege es nahe, durch derartige Aktionen von seinem demokratischen Recht Gebrauch zu machen. Er selber habe in seiner Zeit als Student sogar eine Studentenorganisation gegründet. Allerdings erkenne er den Sinn hinter den jetzigen Protesten nicht: „Proteste ja, Inhalte bitte auch.“ Bildung sehe er als oberstes Gut und dieses müsse auch gut finanziert sein, weshalb er eine Zugangskontrolle an den Universitäten befürworte, ebenso wie Studiengebühren. Die Leistungserbringung sei trotz allem wichtig und aus diesem Grund sei auch die Förderung von Leistung durch die Zuerkennung von Stipendien erwünscht.

Weiters fragte Nikolaus Koller nach Veit Sorgers Meinung zu sogenannten Orchideenstudien, also Studien, die schlechte Berufsaussichten für die Studierenden mit sich bringen. Hier war Veit Sorger der Ansicht, „Jeder soll studieren, was ihm gefällt. Wenn es ihn begeistert, dann wird er gut sein.“ Die StudentInnen solcher Studienrichtungen müssen sich darüber im Klaren sein, dass sie keinen Job finden würden. Ein Universitätsabschluss sei nicht ausreichend, um wettbewerbsfähig zu sein. Vielmehr müssen die StudentInnen Neugierde und Interesse mitbringen, Sprachen lernen und eine hohe Mobilität an den Tag legen. In Bezug auf die Akademikerquote orientiere sich Veit Sorger an dem dänischen und finnischen Modell, bei dem der Akademiker-Anteil der Bevölkerung bei 60% liege, weit höher als in Österreich.
Abschließend zur Wirtschaftskrise und deren Auswirkungen auf die Bildung und die Aussichten der österreichischen Jugend befragt, meinte Veit Sorger, er habe in der Papierindustrie ungefähr acht Krisen mitgemacht, weshalb er Barack Obama und Warren Buffett zustimme, dass die goldenen Zeiten vor uns liegen.

Im Anschluss an die Executive Lounge hatten die TeilnehmerInnen die Gelegenheit sich mit dem UNIMC Team über die Bewerbung für die Konferenz, persönliche Erfahrungen und alles was sonst noch interessierte, auszutauschen.