„Gibt es irgendetwas, das man auf Österreichs Unis NICHT lernen könnte?“, diese Frage stellte Peter Skalicky, Rektor der Technischen Universität Wien, im Rahmen der Podiumsdiskussion „Arbeitwelt 2025 – Ist unser Bildungssystem den Herausforderungen der Zukunft gewachsen?“, in den Raum und erntete großes Schweigen. Man war sich also einig, dass man ALLES an Österreichs Unis lernen könne – „wenn man nur wolle“, fügt Peter Skalicky hinzu und löste damit – vor allem im gut besetzten Auditorium – einen Sturm der Entrüstung aus. Es habe eben nicht jedeR die Chance an einer Universität zu studieren – viele scheitern aufgrund sozialer oder finanzieller Schwächen schon an der Matura. Es wolle auch nicht jedeR alles lernen, gab Selma Prodanovic, Geschäftsführerin von Brainswork und Präsidentin von IncrediblEurope zu bedenken und löste damit eine Debatte darüber aus, was einen „guten“ von einem „schlechten“ Job unterscheide und darüber, wie man wohl in Zukunft lernen werde, wenn man doch ohnehin alles und jedes binnen weniger Sekunden im Internet nachlesen könne.
Dass diese Fragen in der zweistündigen, angeregten Diskussion naturgemäßg nicht erschöpfend beantwortet werden konnte, bewiesen die teilweise emotional geführten Debatten im Anschluss an die Podiumsdiskussion bei Buffet und Getränken.
Viel mehr war es dem UNIMC und seinem Kooperationspartner, der Wirtschaftskammer Wien, ein Anliegen, dass die Podiumsdiskussion, die als Auftakt zur Zukunftskonferenz win² im Mai 2011 stattfand, zum Nachdenken anregt, Fragen aufwirft und den Austausch zwischen den EntscheidungsträgerInnen von heute mit jenen der nächsten Generation fördert.
Und so wurden im Laufe des Abends unter der Diskussionsleitung von Sandra Baierl (KURIER) noch alle möglichen Themen betreffend Arbeitswelt und Bildungssystem angeschnitten und andiskutiert. Markus Heingärtner, Bundesgeschäftsführer des management clubs, stellte beispielsweise dessen Reformidee für das österreichische Schulsystem vor, das vor allem die Lust am Lernen fördern soll, Selma Prodanovic rief das Publikum dazu auf einen Schritt nach vorne zu machen und selbst die Initiative zu ergreifen, beispielsweise durch die Gründung eines eigenen Unternehmens.
In eine etwas andere Richtung lenkte Elizabeth Hull, Human Capital Leader von PwC Österreich die Diskussion indem sie beteuerte, dass Bildung ein lebenslanger Prozess sei und daher auch bei PwC Österreich MitarbeiterInnenaus, -fort und -weiterbildung groß geschrieben werde.
Diese „Pflicht“ des/der Einzelnen sich beständig weiterzuentwickeln, sprach auch Klaus Schedler aus der Abteilung für Bildungspolitik der Wirtschaftskammer Österreich an und brachte die vielleicht wichtigste Aussage des Abends auf es auf den Punkt: „Es gibt kein Patentrezept für zukunftssichere Jobs oder eine erfolgreiche Ausbildung. Man muss die Chancen dort abholen, wo man gerade steht!“