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10.Juni 2011 - 19:30

Austrian Airlines


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1957 wurde die AUA gegründet, 1958 erfolgte ihr Erstflug auf der Strecke von Wien nach London, 1969 der erste Langstreckenflug von Wien nach New-York und heute ist die Fluggesellschaft heimische Marktführererin im Linien- und Charterfluggeschäft. Dr. Peter Malanik, Vorstandsdirektor der Austrian Airlines und Lektor für Luftverkehrswirtschaft an der WU Wien, hätte im Rahmen des Job-Talks durchaus die Möglichkeit gehabt sein Unternehmen auf diese Art und Weise zu präsentieren. Wir sind sehr froh, dass er es nicht getan hat. Denn Dr. Malanik verstand es einen Job-Talk zu gestalten, der die anwesenden Studierenden nicht nur in die Welt des Fluggeschäftes entführte, sondern auch anregte über sich selbst und die eigene Karriere ebenso wie über das derzeit herrschende Wirtschaftssystem als solches zu reflektieren und zu diskutieren. Zu ersterem gab Dr. Malanik zu Beginn des Job-Talks Anlass, indem er seinen Werdegang kurz darstellte: Nachdem er Jus studiert hatte und das Gerichtsjahr absolvierte, wollte er 1985 eigentlich nur vorübergehend bei der AUA arbeiten um danach Anwalt zu werden. Doch da er sich mit dem „Luftfahrtvirus“, wie Dr. Malanik es nennt, infizierte, wurde aus diesem Vorsatz nichts und so durchlief der Jurist alle möglichen Positionen innerhalb der AUA, bis er schließlich seine heutige Position als Vorstanddirektor antrat. Vor allem die Zeit als Personalchef sei hart gewesen, berichtete Malanik, da er immer wieder tausende MitarbeiterInnen kündigen musste.

Dass die Anwesenden auch über zweiteres diskutierten, erreichte Dr. Malanik vor allem dadurch, dass er einerseits nicht nur die „Hightlights“, sondern auch die „Lowlights“ der AUA darstellte und andererseits die Strategie der Fluggesellschaft Emirates aufzeigte und analysierte. Während „Lowlights“ wie der 1999 erfolgte Kauf der Lauda-Air, was ein Sinken der Eigenkapitalquote von 26% auf 10% zur Folge hatte oder die beinahe Pleite kurz vor der Übernahme durch die Lufthansa Gruppe 2008, den meisten Anwesenden aus den Medien bekannt waren, eröffneten die Ausführungen über die „Emirates-Strategie“ eine völlig neue Sichtweise auf das Fluggeschäft. Mit Dubai als Drehscheibe erreichen die ständig wachsenden Emirates fast alle wichtigen Flugziele in Europa und Asien innerhalb von 10 Flugstunden. Um auch Ziele in Nord- und Südamerika erreichen zu können, sei es durchaus realistisch, erklärte Dr. Malanik, dass Emirates Dakar als zweite Drehscheibe in den nächsten Jahren etablieren werden und dann uneingeschränkter Marktführer seien. Dass diese Vormachtsstellung allerdings vor allem darauf zurückzuführen sei, dass in Dubai (Gast-)Arbeitskräfte unter schlechtesten Bedingungen ausgenutzt werden, scheint ebenso nachvollziehbar, wie die Tatsache, dass sich Europa eine (Gegen-)Strategie überlegen müsse um diese Entwicklung stoppen zu können. Dr. Malanik sieht als mögliche Alternative Importzölle auch für den Flugverkehr, hält es aber auch für unumgänglich, dass die ArbeitnehmerInnen insofern Abschläge machen müssten, als automatische Biennalsprünge im Gehaltsschema nicht zukunftstauglich seien.

Neben den Erläuterungen dieser durchaus düsteren Zukunftsperspektive nahm sich Dr. Malanik auch noch Zeit andere Fragen rund um das Thema Flugverkehr zu beantworten, wofür der UNIMC Wien ihm sehr herzlich dankt und ihm „Hals- und Beinbruch“ für alle künftigen Vorhaben mit „seiner“ AUA wünscht.